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12.08.2013
"Was bringt das neue Schuljahr?" - Staatssekretär Sibler bei Fereingespräch in Naila zu Gast
Ich bin gerne ins Hofer Land gekommen, auch weil ich ein großes Dankeschön loswerden möchte!“, so der Staatssekretär im Bayerischen Kultusministerium, Bernd Sibler, bei einem Feriengespräch, zu dem Landtagsabgeordneter Alexander König und die CSU Naila eingeladen hatte.
Bernd Sibler im Gespräch mit Marco Hader, Alfred Rockelmann, Ulrich Lang und Rüdiger Lang (von rechts)
Das Dankeschön sprach Bernd Sibler in seiner Eigenschaft als BRK-Kreisvorsitzender in Deggendorf aus. „Die Ehrenamtlichen der BRK-Bereitschaft Selbitz waren die ersten, die nach Deggendorf kamen und uns bei der großen Flutkatastrophe unterstützt haben. Ich nutze den Termin gerne, um mich bei allen Helfern und Spendern persönlich vor Ort zu bedanken“, machte Sibler deutlich. Der Staatssekretär berichtete von einem Ortstermin im Deggendorfer Ortsteil Fischerdorf, bei dem sich herausstellte, dass noch einmal rund 200 Häuser abgerissen werden müssen, die durch die Flut unbewohnbar geworden sind.
„Wir begrüßen sie in der Schulstadt Naila. Bei 8000 Einwohnern halten wir von der Grundschule bis hin zur Textilberufsschule sämtliche Schularten vor. Darauf sind wir stolz“, eröffnete der Vorsitzende der CSU Naila, Marco Hader, das Feriengespräch zum Thema „Was bringt das neue Schuljahr?“. CSU-Landtagsabgeordneter Alexander König freute sich, dass seiner Einladung eine gute Mischung aus Schulleitern, Lehrern, Schülern und Eltern gefolgt war. „Die CSU steht zu unserem bewährten und in internationalen Tests erfolgreichen mehrgliedrigen Schulsystem. Wir wollen unsere Kinder auch in Zukunft nach ihrer individuellen Begabung fördern und fordern“, machte Alexander König gleich zu Beginn deutlich. Bernd Sibler stimmte seinem Abgeordnetenkollegen zu, dass die Erfolge der bayerischen Schüler vor allem auch das Ergebnis der engagierten Arbeit der Lehrer sind: „Unsere Lehrerinnen und Lehrer vermitteln nicht nur Wissen und Können, sondern bilden auch Herz und Charakter und übernehmen somit eine entscheidende Aufgabe“, so Sibler. Eine immer wichtigere Rolle nehmen auch in Bayern die Ganztagesangebote an allen Schularten ein. „Ganztagesklassen ermuntern Eltern gerade im ländlichen Raum, ihre Kinder aufs Gymnasium zu schicken“, weiß Schulleiter Gerd Koppitz vom Gymnasium Münchberg aus Erfahrung. Auch wenn die Kinder gute Noten haben, zögern viele Eltern, sie aufs Gymnasium zu schicken, weil sie selber bei den Hausaufgaben nur wenig unterstützen können. Ganztagesangebote stellen deshalb eine erhebliche Entlastung für die Eltern dar. Kultusstaatssekretär Bernd Sibler machte deutlich, dass die Ganztagesschule bayernweit bedarfsgerecht weiter ausgebaut wird. Ein wichtiges Thema des Feriengespräches brachten Alfred Rockelmann und Ulrich Lang, die Schulleiter der Nailaer Mittel- bzw. Grundschule, zur Sprache: an beiden Schulen waren im vergangenen Schuljahr die mobilen Reserven nicht verfügbar. Im Kultusministerium ist dieses Problem, das vor allem auch wegen zahlreicher Schwangerschaftsvertretungen entsteht, bekannt. Deshalb wurde für das neue Schuljahr die Zahl der mobilen Reserven noch einmal erhöht, um den Unterrichtsausfall auf niedrigstem Niveau zu halten. „Gute Arbeit leistet nur, wer zufrieden ist. Mir ist klar, dass die Zufriedenheit sinkt, wenn man jahrelang auf seine Versetzung in die Heimat warten muss“, machte Bernd Sibler deutlich. Mittelschullehrer Matthias Löhlein aus Köditz unterrichtet bereits seit sieben Jahren im oberbayrischen Miesbach und setzte das Thema Rückversetzung auf die Tagesordnung des Feriengespräches. Landtagsabgeordneter Alexander König, der unzählige Lehrer, Polizisten und Justizvollzugsbeamte kennt, die seit Jahren auf ihre Versetzung in die oberfränkische Heimat warten, schlug regionale Bewerbungen und Einstellungen vor: „Beamte sollten sich in ihrem Wunsch-Regierungsbezirk bewerben können und dort auch bleiben.“ Oliver Hagen, der seit kurzem seinen Realschulabschluss in der Tasche hat, forderte zum Abschluss des Feriengespräches mehr politische Bildung im Rahmen des Sozialkundeunterrichts an allen Schulen: „In Zeiten von Politikverdrossenheit und geringer Wahlbeteiligung müssen gerade junge Leute umfassend über unser demokratisches System informiert werden“, so Hagen. Bernd Sibler freute sich über das große politische Interesse des Schulabgängers und die vielen wichtigen Beiträge und Anregungen während des Feriengesprächs.