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08.01.2013
Alexander König lobt „Smart Grid made in Naila“
Mit dem Nailaer Unternehmen Thüga MeteringService (TMS) sitzt ein weiterer bundesweiter Marktführer im Hofer Land. Durch Systeme zur elektronischen Fernauslesung und mit Energiedaten-Management trägt TMS einen wichtigen Beitrag zur Energiewende bei. Davon überzeugte sich der Hofer Landtagsabgeordnete Alexander König bei einer Besichtigung des Unternehmens.
Der Technische Abteilungsleiter Matthias Stock (rechts) zeigte Alexander König (links) die Rechenanlagen. Mit dabei war Geschäftsführer Peter Hornfischer.
Mehr als 70 Angestellte entwickeln und betreuen derzeit in Naila Systeme zur Energiezähler-Fernauslesung und intelligentem Strommanagement. Bundesweite Kunden des Nailaer Unternehmens sind vor allem Stadtwerke. Rund 200 der beinahe 800 Stadtwerke in Deutschland lassen die Stromfernauslesung und Datenverarbeitung bei TMS machen. „Die Nachfrage ist da. Wir könnten durchaus noch mehr Stadtwerke betreuen, allerdings sind wir vorerst an unsere Kapazitätsgrenze gestoßen“, erklärt der TMS Geschäftsführer Peter Hornfischer dem Landtagsabgeordneten. Dabei hat das Unternehmen bereits einen rasanten Wachstumskurs hinter sich: Erst im Jahr 2006 von Peter Hornfischer zusammen mit sechs weiteren Kollegen aus der IT-Abteilung der Thüga unter dem Dach des Mutterkonzerns gegründet, wuchs der Betrieb in gerade einmal sieben Jahren auf heute über 70 Mitarbeiter an.
„Ein Grund für dieses beachtliche Wachstum ist sicherlich auch das hohe Maß an Innovation“, sagt Alexander König nach der Besichtigung. Denn Peter Hornfischer und seine Mitarbeiter beließen es nicht nur beim „smart metering“, also der intelligenten Stromzähler-Auslese, sondern entwickeln das Strommanagement kontinuierlich zum sogenannten „smart grid“ weiter. Darunter versteht man die Datenvernetzung der Kunden, Lieferanten und der Stromnetzbetreiber. Etwas, das vor allem durch die dezentrale Stromversorgung notwendig geworden ist, erklärt Peter Hornfischer. „Durch die vielen kleinen Photovoltaikanlagen sind Kunden gleichzeitig auch zum Energielieferanten geworden. Mit den intelligenten Energiedatensystemen sieht der Netzbetreiber unmittelbar wo ein Energieüberfluss entsteht und an welchen Stellen des Netzes gerade Bedarf herrscht“, so Hornfischer. Darüber hinaus berücksichtigt das Energiedaten-Management auch zukünftige Ereignisse. Ziehen beispielsweise Wolken auf und es ist dadurch mit einem Rückgang des Solarstroms zu rechnen, werden schon einmal die zum Spannungsausgleich notwendigen Kraftwerke hochgefahren. „Diese Daten miteinander zu verknüpfen und in Relation zueinander zu setzen ist eine große technische Herausforderung. Ein Unternehmen im Hofer Land geht sie erfolgreich an“, lobt Alexander König die Arbeit der Nailaer. Denn in einem derart sensiblen Bereich wie der Energieversorgung ist kein Platz für Fehler im System. Entsprechend hoch sind auch die Anforderungen des Gesetzgebers.
Und genau dieser Anspruch der möglichst hundertprozentigen Sicherheit des Netzes war es auch, der den Stein des Anstoßes für ein weiteres Standbein der TMS gab: der „komDSL“. Denn TMS hatte zu Beginn neben den Leitungen eines großen deutschen Anbieters auch Leitungen eines anderen Telefonanbieters angemietet, um gegen eventuelle Ausfälle gewappnet zu sein. Als sich der zweite Anbieter geschäftsbedingt zurückzog und den Vertrag kündigte, übernahm TMS selbst die Leitungen und betrieb ein eigenes Rechenzentrum. „Wir merkten schnell, dass wir das know-how haben um selbst Internetanbindungen anbieten zu können“, erklärt Peter Hornfischer. Durch die enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Stadtwerken musste TMS auch nicht lange nach möglichen Vertriebspartnern suchen. „Die Resonanz war enorm. Hier hatten die Stadtwerke die Chance eine neue Dienstleistung anzubieten und natürlich auch eine zusätzliche Einnahmequelle zu schaffen“, erinnert sich Hornfischer. Denn durch das neue Breitbandkonzept der TMS „komDSL“ ist es möglich die schnelle 50 Mbit Glasfaser-Anbindung auch im ländlichen Raum zu installieren.
„Die großen Unternehmen kümmern sich vor allem um die Ballungszentren. Denn da ist jeder Meter gelegten Kabels profitabel“, erklärt Hornfischer. Im ländlichen Raum hingegen rentiert sich der Ausbau nur durch die hohe Subvention des Freistaats Bayern. Diese kann Alexander König für bayerische Kommunen bis 2014 garantieren. „Wir haben im Doppelhaushalt für die Jahre 2013 und 2014 insgesamt 500 Millionen Euro für den Breitbandausbau zur Verfügung gestellt. Unser Ziel ist es so schnell wie möglich eine flächendeckende Breitbandversorgung zu bekommen“, erklärt Alexander König.
Neben der Installation der Netze übernimmt TMS auch deren Betrieb. „Wir haben dazu ein eigenes zweites Rechenzentrum in Hof eingerichtet“, erzählt Hornfischer. Auch im Landkreis Hof hat „komDSL“ schon einige Gemeinden, wie beispielsweise Köditz, Helmbrechts, Naila oder Geroldsgrün, an das Glasfasernetz angeschlossen. „Die flächendeckende Breitbandversorgung ist eine unserer zentralen Herausforderungen. Ich freue mich, dass ein Unternehmen aus der Region dieses Problem angeht“, erklärt Alexander König.
Bei einer kurzen Führung durchs Haus zeigte sich der Landtagsabgeordnete begeistert  von Thüga Meteringservice. „Wir haben im Landkreis Hof einen bundesweiten Marktführer im Bereich des Energiemanagement sitzen, der mit viel Innovation und Schaffenskraft weiter wächst. Das ist der beste Beweis dafür, dass Stadt und Landkreis Hof als Dienstleisterregion im IT-Bereich alle Möglichkeiten haben“, so König. Und auch der hohe Mitarbeiteranteil junger Ingenieure aus dem Fachbereich Informatik freute Alexander König. „TMS zeigt, dass es auch bei uns in der Region eine Nachfrage nach Informatikern und Akademiker mit technischen Studiengängen gibt“, so König. Das Einzugsgebiet aus dem die Mitarbeiter kommen reicht dabei weit über die Grenzen des Landkreises Hof hinaus, teils auch in andere Länder. „Auch im Landkreis Hof gibt es hochqualifizierte Jobs. Man muss auch mit einem Ingenieursberuf nicht zwingend in die Ballungsgebiete ziehen“, betont König abschließend.