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27.04.2016
König strikt gegen Höllentalbahn
Interessen der Menschen müssen im Vordergrund stehen
„Bei der Frage nach einem Wiederaufbau der Höllentalbahn müssen zuallererst die Interessen der betroffenen Menschen entlang der Trasse berücksichtigt werden. Nach Abwägung aller Argumente wird man zu dem Schluss kommen, dass mit der Höllentalbahn sehr viele gravierende Nachteile und eigentlich keine Vorteile verbunden sind“, macht CSU-Landtagsabgeordneter Alexander König deutlich, der sich entschieden gegen einen Wiederaufbau der Höllentalbahn ausspricht.
Unabhängig von den finanziellen Dimensionen eines solchen Projektes oder dem wirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Faktor sieht König vor allem die immense Belastung der Bürgerinnen und Bürger in den Ortschaften entlang der Bahnlinie: „Wenn man über die Höllentalbahn spricht, muss einem klar sein, dass es Menschen gibt, die nur wenige Meter neben der Trasse in ihren Eigenheimen leben. Die Vision von Güter- und Personenverkehr quer durch das Höllental bedeutet das Ende des Naturschutzgebietes“, so der CSU-Landtagsabgeordnete, der für die Anlieger in Blechschiedenhammer, Hölle, Marxgrün, Naila, Selbitz, Rothenbürg, Stegenwaldhaus, Köditz und Hof keinerlei Nutzen oder positive Effekte durch die Höllentalbahn erkennen kann. „Die Befürworter sprechen von einer Nutzung für den Personen- und Güterverkehr. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Bahnlinie bedeutet, dass mehrmals am Tag und in der Nacht Güterzüge durch das Höllental rauschen.“ Ein Szenario, das für Alexander König und die betroffenen Bürgerinnen und Bürger vor Ort unvorstellbar ist, wie König aus zahlreichen Gesprächen weiß. Bei einem Wiederaufbau der Bahnlinie müssten zweistellige Millionenbeträge verbaut werden, um die Tunnel, Brücken und das Gleisbett an den heutigen Standard des Zugverkehrs anzupassen. Allein aufgrund dieser umfangreichen Baumaßnahmen handelt es sich nicht um eine bloße Inbetriebnahme der Trasse, von der die Befürworter sprechen. Völlig ungeklärt wäre zudem die Situation an den zahlreichen Bahnübergängen, die die Höllentalbahn entlang ihrer Strecke passieren müsste. „Der Eingriff in den Verkehr wäre immens. Die ständige Kreuzung von Zügen und der damit verbundene Rückstau von PKW und LKW an den wieder zu errichtenden Bahnübergängen in Blechschmiedenhammer, Hölle und Kleinschmieden wäre verkehrstechnisch nur mit unverhältnismäßigem Aufwand lösbar“, macht König deutlich. Der CSU-Landtagsabgeordnete kann zudem keinen Nutzen für den Personen- und Güterverkehr erkennen. „Für den Schienen-Personenverkehr ist der Wiederaufbau der Höllentalbahn schlicht und einfach nicht erforderlich. Das hat ein Gutachten bereits vor Jahren festgestellt.“, so König. Beim Thema Verlagerung von Gütern von der Straße auf die Schiene wird immer wieder das Zellstoffwerk ZPR in Blankenstein angeführt. Das Unternehmen ist bereits durch die Bahn erschlossen und nutzt die vorhandenen Kapazitäten schon heute nicht aus. Landtagsabgeordneter Alexander König kann auch für den Tourismus im Frankenwald keinen Vorteil erkennen: „Der Wiederaufbau der Höllentalbahn gefährdet Flora und Fauna im Naturschutzgebiet Höllental. Den damit verbundenen Eingriff in die Natur halte ich für unverantwortlich, da die Ruhe und der Erholungswert, die unsere Region auszeichnen, unwiederbringlich verloren wären.“ Gefährdet durch den Bahnverkehr wären auch die Quellen der Firma Höllensprudel und damit auch die dort angesiedelten Arbeitsplätze. „Wenn man die Belange und Interessen der betroffenen Menschen in den Vordergrund stellt, kommt man zu dem Ergebnis, dass wirklich schwerwiegende Argumente gegen den Wiederaufbau der Höllentalbahn sprechen. Die Folgen für die Bevölkerung wären so gravierend, dass sie nicht ignoriert werden dürfen und von den Befürwortern des umstrittenen Projektes endlich ernst genommen werden müssen“, fordert CSU-Landtagsabgeordneter Alexander König.