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13.03.2015
König schreibt BR wegen Hofer Sendemast
Der Hofer CSU-Landtagsabgeordnete Alexander König hat sich wegen der Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks an der Hohensaas in Hof in einem Schreiben an den BR gewandt und jetzt auf seine Fragen eine Antwort erhalten. „Nachdem sich mehrere Bürger an mich gewandt und ihre Sorge zum Ausdruck gebracht haben, dass von der BR-Sendeanlage gesundheitliche Beeinträchtigungen und technische Störungen ausgehen könnten, habe ich um sachliche Information und Aufklärung gebeten und diese auch unverzüglich erhalten“, so Alexander König.

Geschrieben hat dem Landtagsabgeordneten die Direktorin für Produktion und Technik des Bayerischen Rundfunks, Prof. Birgit Spanner-Ulmer, die in ihrer Antwort sehr bedauert, dass es seit der Aufschaltung eines Digitalradio-Senders in Hof zu technischen Störungen in der unmittelbaren Nachbarschaft an der Hohensaas gekommen ist und bei Anwohnern Ängste zu gesundheitlichen Auswirkungen bestehen. „Der BR hat in den vergangenen Monaten große Anstrengungen unternommen, sein Digitalradio-Netz auszubauen, um die Versorgung der bayerischen Bevölkerung weiter zu verbessern“, erklärt Spanner-Ulmer in ihrem Brief an König.
Auf Alexander Königs Frage hin führt die zuständige BR-Direktorin aus, dass die Sendeanlage über alle entsprechenden baurechtlichen Genehmigungen, Frequenzzuteilungen und Standortbescheinigungen der Bundesnetzagentur verfügt, die unter anderem auf dem Versorgungsauftrag des Freistaates Bayern und dem Bayerischen Rundfunkgesetz basieren. Auch die Bundeswehr war in die Genehmigungsverfahren entsprechend eingebunden und musste laut Gesetz ihr Einverständnis zum BR-Sendemast geben. Die sogenannte Effektive Sendeleistung des Mastes an der Hohensaas beträgt die erlaubten 10kW, eine Erhöhung ist laut Schreiben der BR-Direktorin Spanner-Ulmer nicht geplant.
Landtagsabgeordneter Alexander König brachte auch die Befürchtungen aus der Bevölkerung vor, dass die Strahlenbelastung der Sendeanlage um ein Vielfaches höher sein könnte als die einer Mobilfunkanlage. Die zuständige BR-Expertin teilt dazu mit: „Die Sendeleistung für Digitalradio ist gegenüber dem Mobilfunk maximal um ein Zehnfaches höher, da Rundfunksender in der Regel ein erheblich größeres Gebiet als Mobilfunksender versorgen. Wenn ein Mobilfunkstandort allerdings voll ausgebaut ist, also über drei Sektoren verfügt, kann die Sendeleistung durchaus auch die gleiche sein.“ Das aktuelle Leistungsverhältnis zwischen der BR-Sendeanlage und einem Mobilfunkmast in Hof liegt nach Schätzungen bei 10:1.
König wollte in seinem Schreiben an der Bayerischen Rundfunk auch wissen, wie sich die Strahlenbelastung in welcher Entfernung zum Sendemast auswirkt. Prof. Birgit Spanner-Ulmer erklärt dazu, dass der Grenzwert der Feldstärke für den Personenschutz international bei 28 V/m liegt. Für den Hofer Sender beträgt die Feldstärke bei rund 20 Meter Entfernung zum Mast 1,23 V/m, in 30 Meter Entfernung 1,44 V/m, in 80 Meter 1,23 V/m und in 160 Meter Entfernung zum Mast 1,39V/m. Ein Handy erzeugt beim Telefonieren am Kopf eine Feldstärke von ca. 5 V/m. Aus diesen Werten folgt laut Prof. Spanner-Ulmer, dass von den Sendemasten auch in unmittelbarer Nachbarschaft keine gesundheitlichen Risiken ausgehen, da die internationalen Grenzwerte für den Personenschutz weit unterschritten werden. „Dafür sorgen die gesetzlichen Bestimmungen, die einen Betrieb der Sendemasten nur bei Einhaltung sämtlicher Grenzwerte und Verordnungen zulassen“, so die Direktorin des BR für Produktion und Technik. Die Festlegung der Personenschutzgrenzwerte erfolgte nach medizinischen Erkenntnissen, nach denen ein Einfluss der Hochfrequenzstrahlung auf den menschlichen Organismus nicht nachweisbar ist.            
Landtagsabgeordneter Alexander König fragte auch nach möglichen Beeinträchtigungen technischer Geräte und Anlagen durch den Sendemast. Darauf antwortete Prof. Spanner-Ulmer, dass jeder Funkdienst Auswirkungen auf technische Einrichtungen hat, diese aber durch vorgeschriebene DIN-Normen gegen Störstrahlungen abgeschirmt sind. „Die DIN-Normen werden leider nicht von allen Produkten eingehalten, vor allem dann nicht, wenn es sich um Importe handelt“, so Spanner-Ulmer. Die technische Direktorin des BR informierte Alexander König, dass sich der BR bereits seit Bekanntwerden der Störungen in der Nachbarschaft der Sendeanlage bei der Behebung erfolgreich eingebracht hat: mit dem Deutschen Wetterdienst und dem Kreisbauhof wurden umfangreiche Entstörungsmaßnahmen durchgeführt bzw. es wird weiter an Lösungen gearbeitet. Auch mit der Bundeswehr steht der BR in direktem Kontakt, um entsprechende Messungen durchzuführen. Ergebnisse stehen bislang noch nicht fest.

Folgende Anlaufstellen gibt es für betroffene und interessierte Bürger:
Für Störungen technischer Anlagen und Geräte
Störungsmessdienst der Bundesnetzagentur, Telefon 04821 895555 oder www.bundesnetzagentur.de

Bei gesundheitlichen Fragen
Bundesamt für Strahlenschutz, Telefon 030 183330, www.bfs.de
Bayerisches Landesamt für Umwelt, Telefon 0821 90710, www.lfu.bayern.de