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14.03.2019
Plan für neues „Zentrum für Energie- und Wassermanagement“ an der Hochschule Hof steht
Nach Beschluss des Landtags-Haushaltsausschusses am 14. März kann die Bauausschreibung endlich beginnen
Der Hofer Landtagsabgeordnete Alexander König, stellvertretender Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, freut sich darüber, dass nach langer Verzögerung in Kürze mit der Bauausschreibung des neuen Zentrums für Energie- und Wassermanagement (ZEW) begonnen werden kann. Das bislang unter dem Begriff „Wasserinstitut“ bekannte neue Forschungszentrum für die Hochschule Hof soll im Anschluss an das Gebäude des Institutes für Informationssysteme (iisys) in der Albert-Einstein-Straße auf einer Bruttogrundfläche von rund 5.000 m² entstehen.
Der CSU-Landtagsabgeordnete Alexander König hatte sich in einem „Brandbrief“ an Innenminister Joachim Herrmann vehement über die zeitliche Verzögerung der Bauplanung für das Forschungszentrum beklagt. Jetzt hat König in Erfahrung gebracht, dass sich der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags am 14. März mit der Hochbauvorlage befassen wird. Alexander König: „Ich gehe davon aus, dass nach der Zustimmung des Haushaltsausschusses sofort mit den erforderlichen Bauausschreibungen begonnen wird.“
Wie König in dem Schreiben an Innenminister Herrmann ausführte, hatte die Bayerische Staatsregierung 2014 im Rahmen der „Nordbayerninitiative“ zugesagt, ein „Wasserinstitut“ an der Hochschule Hof anzusiedeln. Entsprechende Haushaltsmittel wurden durch den Landtag bereitgestellt. Die Fertigstellung des Instituts war für das Jahr 2018 in Aussicht gestellt worden. „Leider ist von dem Wasserinstitut bis heute rein gar nichts zu sehen“, schrieb König in dem Brief an Joachim Herrmann. „Ich kann überhaupt kein Verständnis für die bisherige Verzögerung des Projektes aufbringen.“ Der CSU-Landtagsabgeordnete bat den Staatsminister, „nunmehr darauf hinzuwirken, dass ab sofort überhaupt kein Tag mehr ausgelassen wird, das Wasserinstitut an der Hochschule Hof zu realisieren.“
Jetzt kommt endlich Bewegung in das Bauvorhaben, das seitens der Hochschule und der regionalen Wirtschaft über Jahre immer wieder gefordert wurde. Alexander König: „Ich bin sehr froh, dass nun endlich dem Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags eine konkrete Bauvorlage zur Beschlussfassung vorgelegt wurde. Mit dem zukünftigen ZEW stärkt die Hochschule Hof ihr Profil als Kompetenzzentrum für die Zukunftsthemen „Energieeinsparung“ und „Aufbereitung von Wasser“. Dadurch wird auch der notwendige Wissenstransfer zwischen Hochschule und Unternehmen forciert.“
Die anwendungsorientierten Lehrbereiche der Studiengänge Umwelttechnik, Umweltingenieurwesen und Maschinenbau mit der Vertiefungsrichtung Energie und Versorgungstechnik sowie zugehörige Projekte werden mit angewandter Forschung verbunden. Zu diesem Zweck sollen mehrere Labore und eine Technikumshalle in unmittelbarer Nähe zu den Seminar- und Lehrsälen geschaffen werden. Das Gebäude verfügt über ein geschossübergreifendes Atrium mit einem zentralen Großwärmespeicher. Die Dachflächen werden ebenfalls zu Forschungs- und Lehrzwecken genutzt. Die Energiemanagementforschung soll einen Teil zur Wärmeversorgung des Gebäudes beitragen. Der Freistaat Bayern investiert für das neue ZEW insgesamt 21,4 Mio. Euro in den Hochschulstandort Hof.
  • Hochbau: Die Nutzung des kubischen, dreigeschossigen Baukörpers mit einem Grundriss von etwa 37 mal 34 Meter wird bereits von außen vor allem durch die zweite Fassadenschicht erkennbar, an der die zu Forschungszwecken benötigten Solarthermie- und Photovoltaikelemente montiert werden sollen. Im Untergeschoss befinden sich neben der Technikumsfläche, Technikräume für den Betrieb des Gebäudes sowie Umkleidebereiche. Im Erdgeschoss werden neben der Technikumshalle mit den dazugehörigen zentralen Werkstätten die „öffentlichen“ gemeinschaftlich genutzten Lehr- und Seminarräume untergebracht. Diese sind um eine direkt vom Haupteingang aus erschlossene Kommunikationsfläche gruppiert. Ebenfalls im Eingangsbereich befindet sich der Pufferspeicher, der sich zusammen mit den angrenzenden Funktionskernen nach oben entwickelt. Im 1. Obergeschoss sind die Labore, Büros und Nebenräume für den Bereich „Wasser“ um den zweigeschossigen Körper der Technikumshalle angeordnet. Im 2. Obergeschoss befindet sich der Lehr- und Forschungsbereich „Energie“. Zusätzlich zu den Labor- und Büroräumen existiert in diesem Geschoss eine Dachterrasse, die als Außenlabor genutzt wird. Die Dachflächen werden zu Forschungs- und Lehrzwecken genutzt. Bei der Fassade handelt es sich um elementierte Holzbau-Ständerwände mit bodentiefen Fenstertüren und Festverglasungen. Der anschließende Umgang dient als Sonnen- und Witterungsschutz, als Revisionsgang sowie Fluchtbalkon und wird von einer Trägerstruktur aus Stahlprofilen abgeschlossen. Die gesamte zweite Schicht versteht sich als Versuchsfläche zu Forschungszwecken.
  • Technische Anlagen: Aufgrund der Nutzungsart des Gebäudes wird ein Großteil der Haustechnikanlagen zu Forschungszwecken benötigt. Das Herzstück bildet dabei der mittig platzierte Wasserspeicher mit einem Volumen von etwa 140.000 Liter, welcher sich vom Kellergeschoss bis in das 2. OG erstreckt. Daraus werden alle Forschungsgeräte versorgt und geben in diesen die erzeugte Energie ab. Das Gebäude kann durch geeignete Schnittstellen durch die Einrichtungen der Forschungstechnik mitbeheizt werden, ist aber bei einem etwaigen Ausfall dennoch autark und damit weiterhin nutzbar. Die Entwässerung des Gebäudes erfolgt im Trennsystem. Zur Begrenzung der Wassereinleitung in den öffentlichen Kanal bei Starkregen ist ein Regenrückhaltebecken mit Drosselbauwerk vorgesehen.
  • Energieeinsparmaßnahmen: Als Bestandteil der Forschungseinrichtungen der Hochschule wird eine von den Forschungsanlagen unabhängige Photovoltaik-Anlage mit einer Fläche von 160 m², einer Leistung von 9 kWp und einer CO2-Einsparung von rund 1,25 t jährlich installiert. Große Flächen der Fassaden und des Dachs werden zudem mit Solarthermie-Elementen bestückt. Da Wärme aus der Forschung im Pufferspeicher zur Verfügung steht, ist damit ein wirtschaftlicher Betrieb mit der geplanten Adsorptionskältemaschine vorgesehen (Wärmerückgewinnung). Im Zuge der separaten weiteren Erschließungsmaßnahme sollen Ladestationen für Elektrofahrzeuge in entsprechender Zahl aufgestellt werden.