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17.08.2018
Bildung zwischen Fortschritt und fehlenden Lehrern
„Eine gut funktionierende Schule ist einer der wichtigsten Orte unserer Gesellschaft“, stellt Landtagsabgeordneter Alexander König fest. Um diesen Bildungseinrichtungen im Hofer Land die bestmögliche politische Unterstützung zukommen zu lassen, lud König die bayerische Staatssekretärin Carolina Trautner nach Hof in die Sophienschule zu einem Fachgespräch mit Schulleiterinnen und Schulleitern sowie dem Schulamt ein.
Staatssekretärin für Unterricht und Kultus Carolina Trautner (Fensterreihe Mitte im gelben Kleid), Landtagsabgeordneter Alexander König (rechts daneben) und Bürgermeister Eberhard Siller (links daneben) im Gespräch mit Schulvertretern
Zu Beginn des Treffens hatte die Staatssekretärin einige Neuigkeiten der bayerischen Staatsregierung dabei, die die Schulen unterstützen sollen. „Wir schaffen neue Lehrerstellen, um vor allem den unbesetzten Stellen an Grund- und Mittelschulen entgegenzuwirken“, berichtet Trautner. Gymnasial- und Realschullehrer ohne Stelle können eine Qualifikation für die Mittelschule machen, um dort eine feste Anstellung zu bekommen. Ergänzend werden 500 neue Stellen für Sozialpädagogen und Schulpsychologen in Aussicht gestellt. „Jeder dritte Euro des Staatshaushaltes geht in Bayern in die Bildung“, so die Staatssekretärin. Besonders engagiere man sich dabei für gelingende Integration von Flüchtlingen, Inklusion von Kindern mit Handicap und gute Elternarbeit. Gleichzeitig müssen große Herausforderungen wie die Verbesserung des Konzepts der Ganztagsschulen, die enormen Zulauf zu verzeichnen haben, und die Digitalisierung der Schullandschaft bewältigt werden. Dabei soll beispielsweise das bayerische Digitalisierungspaket helfen, mit dem die Sachaufwandsträger der Schulen mit großer finanzieller Unterstützung des Freistaates die Schulen mit modernster digitaler Technik für den Unterricht ausstatten können.

Als Vertreter des Schulsachaufwandsträgers Stadt Hof ergriff Bürgermeister Eberhard Siller das Wort, sprach dankende Worte und machte dann darauf aufmerksam, dass in Hof gerade die große Aufgabe gelöst werden muss, 15 neue Klassenzimmer für das neue Schuljahr zu schaffen. Der starke Anstieg der schulpflichtigen Kinder in der Stadt Hof konnte in dem Ausmaß nicht früh genug vorhergesehen werden, um neue Gebäude zu bauen. Durch einige Kraftanstrengungen und die Unterstützung der Schulleiter wird es nun zunächst Containerlösungen geben.

Anschließend kamen die Vertreter der Schulen und das Schulamt zu Wort. Die Bildungspolitik der Staatsregierung verdiene Lob und sende positive Signale an die Lehrerschaft. Jedoch gebe es auch noch mehrere Aspekte, die dringenden Handlungsbedarf erfordern. Allen voran steht hier der Personalmangel bei Lehrern, aber auch bei Verwaltungskräften. Mehrere Lehrer-Ausfälle unter dem Schuljahr gefährden oft den gesamten Schulbetrieb und die mobilen Reserven sind meist bereits am Schuljahresanfang aufgebraucht. Auch die Verwaltungsarbeiten sind enorm gestiegen, im Gegensatz zum entsprechenden Personalschüssel. Das zwingt die Schulleitungen neben Unterricht und Leitungsfunktion auch Verwaltungstätigkeiten zu übernehmen. Daher müsse man sich nicht wundern, wenn Schulleiterposten nur noch sehr schwer zu besetzen sind.

Ein zweiter Themenschwerpunkt betraf die Digitalisierung an den Schulen. Der anwachsende Umfang der Medientechnik für den Unterricht müsse professionell betreut werden und könne nicht mit einer Lehrerstunde pro Woche für die gesamte Schule abgedeckt werden. Das genüge keinesfalls mehr den heutigen Ansprüchen von Politik und Gesellschaft. Zudem dürfe die Staatsregierung die Förderprogramme im Rahmen des Digitalisierungspaktes nicht nach wenigen Jahren wieder einstellen. Hier ist eine lange Laufzeit von Nöten, da eine gesamte Umstellung einer Schule Zeit brauche. Jede Schule sei aktuell unterschiedlich weit mit der Nutzung digitaler Medien um Unterricht fortgeschritten und müsse dies in ihrem Tempo auch weiter machen können.

Sowohl die Staatssekretärin Carolina Trautner als auch Landtagsabgeordneter Alexander König bedankten sich für das offene Gespräch und die vielen Anregungen aus der Praxis. „Wir werden Ihre Anliegen ernst nehmen und Ihre Vorschläge an den entsprechenden Stellen einbringen“, sagten beide den Vertretern der Schulen und des Schulamtes zu.