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16.07.2018
Sozialministerin Schreyer spricht beim Sozialempfang
Dem Austausch von sozial engagierten Bürgern sollte der CSU-Sozialempfang auf Gut Münchenreuth dienen. Die Gelegenheit dazu nutzten die 50 geladenen Gäste, darunter auch einige Bürgermeister aus dem Landkreis. Als Hauptrednerin begrüßte Alexander König die neue Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Kerstin Schreyer. Diese erläuterte ihre Hauptanliegen.

Wenn ihr Ministerium nicht schon Zukunftsministerium hieße, würde sie es heute Gesellschaftsministerium nennen, betonte sie, die beruflich als Sozialpädagogin und Familientherapeutin tätig war. Denn "wir sind zuständig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt - für alles, was in irgendeiner Form dazu beiträgt, auch Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, zu unterstützen und zu begleiten".
Nach den Worten der Ministerin beträgt die Arbeitslosenquote in Bayern derzeit 2,7 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit liege bei 2,1 Prozent; dies komme einer Vollbeschäftigung gleich. "Offensichtlich haben wir nicht alles falsch gemacht." Dennoch müsse man Einzelschicksale im Blick behalten. "Auch wenn Bayern erstmals seit 1991 unter der Zahl von 200 000 Arbeitslosen liegt, ist jeder einzelne Arbeitslose einer zu viel." Im Moment arbeite das Ministerium an einem Konzept, für das Jugendhilfe und Jobcenter zusammenarbeiten. Dabei rücke die gesamte Familie in den Fokus.
Klar sprach sich Kerstin Schreyer gegen Pläne von Bundesarbeitsminister Heil für einen "sozialen Arbeitsmarkt" mit einer Verteilung von Finanzen auf ganz Deutschland aus. Sie habe sich in einem Brandbrief dagegen ausgesprochen, denn im Umkehrschluss würde dies bedeuten, dass Bayern leer ausgehe.
Laut Schreyer werden Überlegungen angestellt, welche Arbeitsmodelle es geben könnte, um Behinderte stundenweise in der Woche in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Daher werden derzeit mit den Wohlfahrtsverbänden kleinere Projekte gestartet.
Nächstes Schlagwort war das Familiengeld, das der Landtag verabschiedet hat. Die Frage des Familienmodells sei bewusst ausgeklammert worden, da die Familie darüber selbst entscheiden solle. "Jetzt gibt es für jedes Kind im Alter von ein und zwei Jahren monatlich einen Betrag von 250 Euro." Das Landeserziehungsgeld und das Betreuungsgeld würden nun verschmolzen zu einem Angebot, "dies bedeutet im Klartext Bürokratieabbau und keine neuen Formulare". Parallel dazu habe Gesundheitsministerin Melanie Huml das Landespflegegeld entwickelt. "Wenn wir an Familien mit kleinen Kindern denken, dürfen wir diejenigen nicht vergessen, die ihre Eltern versorgen und pflegen. Es ist logisch, dass wir auch für diese Familien handeln."
Die Themen Obdachlosigkeit, Gewalt gegen Frauen und gegen Männer, Not in den Frauenhäusern sowie Menschenhandel spannten einen großen Bogen im sozialen Bereich. Aufgabe ihrer Politik sei es, immer ein Stück weit vorauszuschauen. "Wir haben viel zu viel weichgespülte Menschen in der Politik, die immer nach den Mehrheitsverhältnissen mitdiskutieren." Sie selbst bezeichnete sich als sperrig, kantig und anstrengend. "Es braucht Menschen, die auch einmal deutlichere Worte finden."