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Aktuelles

15.02.2017

„Lehre oder Studium?“ - Besonders Praktika und gute Beratung helfen bei der Entscheidung

Landtagsabgeordneter und CSU-Kreisvorsitzender Alexander König lud zum Thema "Lehre oder Studium?" zu einer Zukunftswerkstatt nach Rehau ein. 60 interessierte Gäste hörten dem hochkarätig besetzten Podium zu und beteiligten sich rege an der intensiven Diskussion im Anschluss.

Landkreis Hof/Rehau – Um die Chancen der Schulabgänger, den Bedarf der Handwerksbetriebe an Auszubildenden und Fachkräfte, den Bildungsauftrag der Gymnasien und die Beratung durch die Agentur für Arbeit ging es bei der „Zukunftswerkstatt Hofer Land“ im Ausbildungszentrum „Prolin“ der Rehau AG in Rehau im Landkreis Hof. Landtagsabgeordneter und CSU-Kreisvorsitzender Alexander König lud zu diesem wichtigen Thema ein. 60 interessierte Gäste hörten dem hochkarätig besetzten Podium zu und beteiligten sich rege an der intensiven Diskussion im Anschluss.

Thomas Koller, Geschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, Dr. Dorothee Strunz, Geschäftsführerin der Firma Lamilux, Bianca Kießling-Fischer, Geschäftsführerin von Optik Dietel Münchberg, Thomas Hager von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und Gerd Koppitz, Direktor des Gymnasiums Münchberg stellten im Gespräch mit Alexander König die Situation und deren Perspepktiven dar. Wie kann man bei einer Übertrittsquote von 40 Prozent auf die Gymnasien und einer ständig wachsenden Zahl an Studierenden dem Fachkräftemangel im Handwerk Herr werden?

Nicht nur Mittel- und Realschulen sondern auch den Gymnasien ist die berufliche Orientierung ihrer Schüler wichtig. „Wir haben auch Schüler und Abiturienten, die ein Handwerk lernen. Und sie werden damit einen guten Weg gehen“, berichtete Gerd Koppitz vom Münchberger Gymnasium. Andererseits wisse er aber auch, dass es Aufgabe des Gymnasiums sei, „gute Köpfe für die Wissenschaft und Forschung zu finden“. In spätestens zwei Generationen sichere das heutige Forschen die Wirtschaft.

„Die Bildungsströme klaffen auseinander“, beschrieb Thomas Koller die Entwicklung. Auf dem Markt würden leistungsfähige junge Menschen gebraucht und die Ansprüche an Fachkräfte nähmen zu. Zudem müsse es gelingen, leistungsschwache Schulabgänger in die Arbeitswelt zu führen. Er appellierte an die Verantwortlichen, den Fokus auf die berufliche Bildung zu richten, konsequente Berufsberatung an allen Schulen durchzuführen und verpflichtende Praktika einzuführen. Grundsätzlich müsse die gesellschaftliche Anerkennung der betrieblichen Ausbildung deutlich steigen.

Dr. Dorothee Strunz stellte die Frage, wie den Eltern die Angst genommen und die gesellschaftliche Anerkennung des gewerblich-technischen Berufes wieder gesteigert werden könne. Der volkswirtschaftliche Erfolg einer Gesellschaft dürfe und könne nicht von der Anzahl der Akademiker abhängen. Ein Student könne nach dem Studium auch enttäuscht und frustriert sein, weil es unmöglich sei, 70 Prozent eines Jahrgangs einen Platz als Führungskraft anzubieten. Bereits in der Schule sei es also wichtig, sich nach anderen beruflichen Wegen umzuschauen.

Bianca Kießling-Fischer, die selbst in einem Handwerksbetrieb aufgewachsen ist, berichtete, sie habe den Beruf des Optikers bei einem Praktikum in der achten Klasse für sich entdeckt. „Es war mein Traumberuf, und ich bin nach der Mittelschule ein Jahr zur Realschule gegangen, um mir den Traum zu erfüllen.“ Nach der Ausbildung besuchte sie die Meisterschule, und nach zwei weiteren Jahren übernahm sie ein Geschäft in Münchberg. An diesem Beispiel ist die gute Durchlässigkeit unseres Bildungssystems zu erkennen.

Wie Thomas Hager sagte, sei die Berufsorientierung und Beratung für Schüler in Mittelschule, Realschule und Gymnasium jeweils besonders in den letzten beiden Schuljahren gut. „Wir stärken den Weg zum höheren Schulabschluss, fordern aber auch, Bewerbungen zu schreiben.“ Hohes Potenzial hätten die Ausbildungsmessen und Studientage in der Region.

Alexander König betonte, dass man den jungen Menschen zeigen müsse, welche Vorteile und gute Verdienstmöglichkeiten mit einem Handwerksberuf und z.B. einer sich daraus ergebenden Selbstständigkeit zu erreichen sind. Die Perspektiven in diesem Bereich sind aktuell so gut wie lang nicht.

Der Podiumsdiskussion schloss sich ein reger Meinungsaustausch der Besucher an. Jeder Absolvent müsse entsprechend seiner Begabungen einen persönlichen Weg finden und dabei noch wesentlich stärker für die mit der Digitalisierung einhergehenden Aufgaben vorbereitet und ausgebildet werden.